Zahnarztangst (Dentalphobie)

Was ist Zahnarztangst?

Der umgangssprachliche Begriff „Zahnarztangst” steht für die krankhafte Angst vor einem Zahnarztbesuch. Im medizinischen Vokabular tauchen sinnverwandte Bezeichnungen wie Zahnbehandlungsphobie, Oralophobie oder Dentalphobie auf. Die Zahnarztangst richtet sich nicht zwingend, wie ihr Name zuerst vermuten lässt, gegen den Zahnarzt als Person, sondern vielmehr gegen die Zahnbehandlung und die damit verbundenen Instrumentarien, Gerüche und Geräusche.

Körperlich macht sich die Zahnarztangst besonders durch Symptome wie Schwitzen, Zittern und auch Herzrasen bemerkbar. Hinzu kommt die große Furcht vor der Zahnbehandlung und den gegebenenfalls damit einhergehenden Schmerzen. Aus psychologischer Sicht können außerdem Schamgefühle und ein niedriges Selbstwertgefühl als Folge von „schlechten Zähne” auftreten. Viele Patienten reagieren schließlich durch kurzfristige Absagen vor einem anstehenden Zahnarzttermin oder zögern einen Besuch beim Zahnarzt weitestgehend heraus.

Bis zu einem gewissen Grad ist die Angst vor dem Zahnarztbesuch durchaus normal. Handlungsbedarf besteht jedoch dann, wenn die Furcht überhandnimmt und ungewöhnlich lange Zeit andauert. Patienten, die unter Zahnarztangst leiden, meiden den Besuch beim Zahnarzt rigoros, obwohl bereits teilweise gravierende Schäden oder Erkrankungen an den Zähnen vorliegen. Zahlreiche Betroffene verfügen über eine äußerst hohe Toleranzgrenze hinsichtlich unbehandelter Zahnschäden. Sie nehmen sogar lieber erhebliche Schmerzen, abgestorbene Zähne und Zahnlücken in Kauf, als sich ihrer Angst zu stellen. Daher ist für die Behandlung von Angstpatienten ein Zahnarzt mit Erfahrung, besonderer Kompetenz und viel Einfühlungsvermögen gefragt. Dieser ist nämlich nicht nur für die Behandlung der Zähne, sondern auch für die Bekämpfung der Zahnarztangst zuständig.

Wie viele Menschen leiden unter Zahnarztangst?

Die Zahnarztangst betrifft Männer und Frauen, Jung und Alt gleichermaßen. Beruhigend für Angstpatienten ist, dass diese mit ihrer Angst keinesfalls allein sind. Für mindestens jeden fünften Patienten in Deutschland gleicht der Zahnarztbesuch einem „Horrortrip”. Experten gehen davon aus, dass fünf bis fünfzehn Prozent der westlichen Bevölkerung trotz Zahnschmerzen über Jahre auf einen Besuch beim Zahnarzt verzichten.

Was ist der Unterschied zwischen Zahnarztangst und Dentalphobie?

Phobien werden in der Medizin und Psychologie als Überbegriff für eine krankhafte Angst oder Furcht bezeichnet. Während es sich bei der Zahnarztangst um die Angst vor bestimmten Teilen der zahnärztlichen Behandlung handelt, richtet sich eine Dentalphobie gegen alles, was in Zusammenhang mit Zähnen steht. Es ist nicht mehr nur die Zahnbehandlung selbst, es ist der Zahn an sich, der zum Gegenstand der Angst wird. Diese Furcht kann sich so stark ausprägen, dass der Patient im schlimmsten Falle den Anblick der eigenen Zähne im Spiegel vor Angst meidet und sich weigert, diese als zu ihm gehörig zu betrachten.

Ursachen und Symptome der Zahnarztangst

Worin liegen die Ursachen einer Zahnarztangst?

Die Auslöser für eine Zahnarztangst können überaus vielfältig sein. In vielen Fällen sind unangenehme oder traumatische Vorkommnisse während früherer Behandlungen die Ursache. Traten bei Zahnbehandlungen in der Kindheit oder Jugend starke Schmerzen auf, hält die Erinnerung daran zum Teil sehr lange an und steigert die Angst vor zukünftigen Zahnarztbesuchen.

Eine große Rolle spielt außerdem die Sorge vor einem Verlust der Selbstkontrolle. So fühlen sich viele Patienten während der Behandlung in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt und dem Zahnarzt und seinen Mitarbeitern hilflos ausgeliefert. Leider fehlt manchen Zahnärzten die nötige Einfühlsamkeit gegenüber dem Patienten. So wird zum Beispiel die momentane Zahnsituation kritisiert und sich nicht genügend Zeit genommen, um ein eingehendes Gespräch mit dem Patienten zu führen. Dies kann das Verhältnis zwischen behandelndem Zahnarzt und dem Patienten nachhaltig beeinträchtigen. Letzterer verbindet einen Besuch in der Zahnarztpraxis somit von vornherein mit negativen Gefühlen.

Die Ursachen der Zahnarztangst auf einen Blick:

  • Traumatische Erlebnisse: Unangenehme oder traumatische Erlebnisse während früherer Zahnarztbesuche können lange in Erinnerung bleiben und so die Angst vor zukünftigen Zahnarztterminen steigern.
  • Unsicherheit: Schon im Voraus gehen die Patienten davon aus, dass die Zahnuntersuchung starke Schmerzen mit sich bringt (Erwartungsangst).
  • Verlust von Selbstkontrolle: Die Vorstellung dem Zahnarzt und dessen Mitarbeitern hilflos ausgeliefert zu sein, ist für Patienten unerträglich. Sie fürchten einen Kontrollverlust über ihren eigenen Körper.
  • Angst vor dem Unbekannten: Da für Angstpatienten nicht immer genau hervorzusehen ist, was sie bei der Behandlung erwarten wird, fühlen sie sich mit großer Ungewissheit konfrontiert.
  • Grundeinstellung: Jeder Patient bringt ein anderes Schmerz- und Angstempfinden mit, was folglich zu unterschiedlichen Reaktionen führt.
  • Umgebung und Atmosphäre: Ein unsensibler Umgang des Zahnarztes und seinen Mitarbeitern mit der Angst des Patienten geben diesem das beklemmende Gefühl in der Praxis nicht gut aufgehoben zu sein.
  • Erfahrungen aus dem sozialen Umfeld: Häufig kursieren im Bekanntenkreis regelrechte „Horrorgeschichten” über erlebte Zahnarztbesuche. Derartige Erzählungen können die Angst vor dem Gang zum Zahnarzt ebenfalls schüren.

Symptome der Zahnarztangst – Wie äußert sich die Zahnarztangst?

Zahnarztangst existiert in unterschiedlichen Ausprägungen. Sie kann sich bei jedem Patienten anders manifestieren und sehr individuell ausfallen. Die meisten Betroffenen empfinden jedoch eine signifikante innere Unruhe, sobald sie an den Zahnarzt denken.

Darüber hinaus führt Zahnarztangst häufig zu typischen Angst- und Panikreaktionen, wie Schweißausbrüchen, Gereiztheit, leichter bis starker Übelkeit, zum Teil bis zum Erbrechen, Zittern, einem Engegefühl in der Brust oder Schwindelgefühlen. Ebenso deuten ruckartige Angstbewegungen während der Zahnbehandlung auf eine Zahnarztangst hin. In schweren Fällen leiden die Patienten bereits Tage vor dem Termin an Schlafstörungen, verlieren den Appetit, wirken geistig abwesend und sind nervös. Aufgrund der extremen Stresssituation kommt es mitunter sogar zum Kreislaufkollaps und zur Ohnmacht.

Aus diesen Symptomen resultiert die Vermeidung der angstbesetzten Situation. Der Zahnarzt wird nicht mehr aufgesucht und damit die Angst scheinbar gebannt. Langfristig wirkt sich dies aber nicht nur negativ auf die Zahngesundheit aus, auch die innere Anspannung und Furcht steigen immer weiter. Irgendwann genügt schon der alleinige Gedanke an die Behandlung oder die Erwähnung des Zahnarztes, um Angstsymptome auszulösen. Hieraus resultieren teilweise starke Einschnitte in das normale Alltagsleben.

Die Symptome der Zahnarztangst auf einen Blick:

  • Starkes Zittern (partiell oder am ganzen Körper)
  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Schwindelgefühl
  • Unkontrollierbare Schweißausbrüche
  • Herzrasen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kreislaufkollaps
  • Ohnmacht

Welche Folgen kann es haben, wenn Patienten wegen ihrer Zahnarztangst nicht zum Zahnarzt gehen?

Wer aufgrund seiner Zahnarztangst über Jahre oder sogar Jahrzehnte nicht zum Zahnarzt geht, leidet mit der Zeit zwangsläufig unter Zahnbeschwerden. Gründliches Zähneputzen und die Benutzung von Zahnseide sind zwar eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Gebiss, können aber den optimalen Zustand der Zähne nur in den seltensten Fällen dauerhaft gewährleisten. Werden die Zähne nicht regelmäßig, das bedeutet etwa alle sechs Monate, untersucht und professionell gereinigt, so sind häufig starke Zahn-, Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen, Infektionen, heftiger Mundgeruch, schwarz verfärbte Zähne oder auch Zahnverlust die Folge.
Doch in den meisten Fällen bleibt es nicht bei den genannten gesundheitlichen Problemen. Auch schwerwiegende seelische Probleme treten bei den meisten Angstpatienten als weitere Folge auf. Dies beginnt oft damit, dass man die eigenen Zähne aufgrund von Schamgefühl gar nicht mehr zeigen möchte. Verschlimmert wird die Situation von den Mitmenschen, die die Betroffenen verspotten und sogar sozial ausgrenzen. Es kommt schnell zur vollständigen Isolation. Wer früher selbstbewusst und offen war, zieht sich nun zurück und meidet den sozialen Kontakt. Diese Vereinsamung verursacht u.a. ein niedriges Selbstwertgefühl, Zukunftsängste, Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit. Über einen längeren Zeitraum hinweg kann dieser Zustand bis hin zu einer Depression führen. Ein Missbrauch von Schmerzmitteln, Alkohol oder Drogen kann zudem eine weitere Folge der als aussichtslos bewerteten Situation sein.

Die häufigsten Folgen von Zahnarztangst auf einen Blick:

Physische / Körperliche Schmerzen:

  • Zahnschmerzen
  • Karies
  • Zahnverlust
  • Parodontose
  • Mundgeruch
  • Infektionen an Mundschleimhaut und Zahnfleisch
  • Kieferschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Schulterschmerzen

Seelische / Psychische Probleme:

  • Schamgefühl
  • Verzweiflung
  • Rückzug aus sozialem Umfeld
  • Zwanghaft negative Gedanken
  • Depression

Behandlung von Zahnarztangst

Was können wir gegen Ihre Zahnarztangst tun?

Die wichtigste Basis für die Bekämpfung Ihrer Zahnarztangst ist das Aufbauen zwischenmenschlichen Vertrauens zum behandelnden Zahnarzt.
Aus diesem Grund gehört ein ausführliches Gespräch auf Augenhöhe bei smileforever zum ersten Schritt unseres Behandlungskonzepts. In unserer Praxis bekommen Sie ausreichend Zeit Dr. Desmyttère, unser Team und den Behandlungsablauf kennen zu lernen.

Bei smileforever sind Sie in den besten Händen, wenn Sie unter Zahnarztangst leiden.
Wir behandeln seit über 20 Jahren erfolgreich Angstpatienten: Als eine der ersten Praxen in Deutschland wurden bereits 1994 ambulante chirurgische Behandlungen von Angstpatienten unter Narkose durchgeführt.

Erfahren Sie hier mehr, wie wir gemeinsam mit Ihnen die Zahnarztangst besiegen können: Wie wir arbeiten

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